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Mai
22

Bye Suse

Ok. Suse, das wars dann also.

Die Zeit mit dir war wirklich sehr schön und du hast es mir immer sehr leicht gemacht. Du warst tatsächlich so etwas wie ein Rundum-Sorglos-Packet.

Ich denke gern an die Erstinstallation zurück, als du auf meinem nigelnagelneuen Thinkpad ohne Murren und Knurren ein problemloses und fehlerfreies Durchstarten nach nur einigen wenigen Klicks und Eingaben ermöglicht hast – inklusive funktionierender WLAN Karte mit proprietären Intel-Treibern ! Tolle Hardware-Erkennung, von der andere Distris noch einiges lernen können.

Auch die Einbindung in die heterogene Netzlandschaft meines Arbeitgebers war ein Kinderspiel und du hast ohne großes Konfigurieren und/oder Skripting den Weg zu den Windoze Shares und Druckern freigemacht. Überhaupt war die Administration stets ein reines Zuckerschlecken. Auch wenn ich mich mit dem von dir bevorzugten KDE nicht so recht anfreunden mochte, botest du mir mit Gnome eine tolle Alternative und einen stets aufgeräumten Arbeitsplatz ohne viele unnötige Schnörkel und Transparenz-Effekt-Hascherei drumherum. Für Sicherheit auf dem Desktop hast du selbst gesorgt und diese durch regelmäßige Aktualisierungen auf dem neuesten Stand gehalten.

Aber ganz tief drin war da immer dieses seltsame Gefühl, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Es hatte doch immer alles diesen faden Beigeschmack, als bekäme man sein Essen bereits vorgekaut aufgetischt. In mir steckt einfach zuviel Bastler und ich will selbst wissen, woher der Hase kommt und auch steuern können, wo er schließlich hinläuft. So führte das eine zum anderen und irgendwann zu dieser überaus interessanten und spannenden Distribution mit dem Namen eines Pinguins: Gentoo – dem schnellsten Schwimmer unter der flugunfähigen Vogelschar. Ein System, geschaffen von Entwicklern für andere Entwickler, Tüftler und Bastler. Oder wie es dort so schön heißt: “if it moves, compile it !“.

Da ist von aufregenden Konzepten die Rede. Das gesamte System wird Schritt für Schritt vom Entwickler selbst zusammengestellt. Jede Komponente kann dabei aus verschiedenen Alternativen frei gewählt werden und wird auf dem Zielrechner selbst zusammengebaut (konfiguriert, kompiliert und installiert). Über die Auswahl eines Profils und der Definition von sogenannten USE-Flags werden Richtlinien für das System, wie z.B. KDE vs. Gnome oder ALSA vs. OSS, festgelegt. Andere Einstellungen legen ganz genau fest, welche Prozessor-Architektur und Compiler-Optimierungen für den C-Compiler verwendet werden sollen. So entsteht dann ein System, dass bis ins kleinste Detail auf den Rechner abgestimmt ist und eine atemberaubende Performance abliefert.

Die Versuchung war dann doch zu groß als das ich ihr auf Dauer widerstehen konnte. Nun ist es also an der Zeit, dass wir beide getrennte Wege gehen. Machs gut, Suse.

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